08. Mai 2021

Wir für Euch

DPolG GAP-Umfrage

Licht & Schatten beim Gespräch mit dem Inspekteur der Polizei zum Thema GAP

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Am 04.05.21 traf sich die DPolG Rheinland-Pfalz, vertreten durch den stellvertretenden Landesvorsitzenden Patrick Müller (DGL bei der PI Bad Kreuznach) und Uwe Leitzgen (DGL bei der PI Schweich), im Innenministerium mit dem Inspekteur der Polizei, Herrn Jürgen Schmitt und Frau Polizeioberrätin Jacqueline Schröder. 
 
Hauptthema des Gesprächs waren die Ergebnisse der Umfrage, welche die DPolG im Februar 2021 zum Thema GAP durchgeführt und an der fast 1200 Kolleg*innen teilgenommen hatten.
 
Der Inspekteur der Polizei hatte sich für die DPolG sehr viel Zeit genommen. Es war ein sehr offenes Gespräch in der die verschiedenen Meinungen und Positionen zu Folgenden Themen klar artikuliert wurden:

  • Evaluation GAP
  • Stundenreduzierung
  • soziale Teilhabe
  • Dauer der Nachtdienste
  • Krankheit im WSD
  • Planung der Zusatzdienste
  • Urlaub
  • FAZIT
     

Thema Evaluation von GAP:
 
Der Inspekteur der Polizei erklärte, dass die Evaluation im Sommer 2021 durchgeführt wird. Bisher habe Corona diese verhindert, da die Wissenschaftler durch Corona eine Verfälschung des Ergebnisses befürchteten.
 
Patrick Müller betonte, dass die Umfrage der DPolG zwar keine wissenschaftliche Ansprüche erhebe, er allerdings auch keine groß abweichenden Ergebnisse in der Evaluationsbefragung erwarte. Dem widersprach Herr Schmitt. Er gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Evolution anders ausfallen werden.
 
 
Thema Stundenreduzierung:
 
Uwe Leitzgen und Patrick Müller forderten, aufgrund der Ergebnisse der Umfrage, eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Herr Schmitt und Frau Schröder entgegneten, dass durch den Zusatzurlaub von 7 Tage und die Einführung der Rüstzeit eine Reduzierung der Arbeitszeit erfolgt sei. Mann räumte allerdings ein, dass die Rückmeldung der Dienststellen, welche in der Pilotphase 37,5 Stunden gearbeitet hatten, positiver gewesen sei. Uwe Leitzgen und Patrick Müller erklärten, dass man aktuell einfach zu viele Zusatzdienste leisten müsse, um die geforderte Stundenzahl zu erreichen.
 
 
Thema soziale Teilhabe:
 

Patrick Müller und Uwe Leitzgen betonten, dass sich durch die neuen Schichtmodelle die soziale Teilhabe weiter reduziert habe. Der Abend des letzten freien Tags (in manchen Modellen ist er ja der einzige richtig freie Tag) sei durch den Schichtbeginn mit einem Frühdienst nicht mehr so gut nutzbar. Auch sonst habe sich die Anzahl der freien Abende im Vergleich zu den Doppelschlag und 12 Stunden Modellen reduziert. Uwe Leitzgen erklärte, dass es sich nur noch müde fühle. Dies berichten auch viele andere Kolleginnen und Kollegen.
 
 
Thema Dauer der Nachtdienste:
 
Patrick Müller und Uwe Leitzgen stellten die Forderung auf, dass 9 stündige Nachtdienste ohne Einschränkungen erlaubt werden sollten. Sie verwiesen auf die arbeitsintensiven Spätdienste und dass man nach deren Ende um 22 Uhr kaum die Familie sehe. Wenn der Partner dann noch über Tag arbeite, sehe man ihn auch nicht am Morgen. Herr Schmitt erklärte hierzu, dass man in der geplanten Evaluation mehrere Fragen zu dem Thema stellen werde. Je nachdem wie das Ergebnis der Evaluation ausfalle, werde man das Thema nochmal angehen.
 
 
Thema Krankheit im Wechselschichtdienst:
 
Uwe Leitzgen und Patrick Müller schilderten anhand von Kommentaren von Kolleginnen und Kollegen die Problematik.
 
Hier vertrat der Inspekteur der Polizei eine eindeutige Meinung. Er erklärte klipp und klar, dass einem Beamten kein Nachteil durch eine Erkrankung bei den Stunden entstehen dürfe. Es könne nicht sein, dass Kollegen und Kolleginnen nach einer längeren Krankheit mit sehr vielen Minusstunden in den Dienst zurückkehren würden.
 
 
Thema Planung der Zusatzdienste:
 
Herr Schmitt betonte, dass er nicht wolle, dass Zusatzdienste primär an den Wochenenden erbracht werden müssen. Die Zusatzdienste sollen rechtzeitig vorgeplant werden, so dass sie verbindlichen den Dienstplan aufgenommen werden. Auch die Anzahl der fest vorgeplanten Zusatzdiensstunden sollen durch Dienststellenleiter nicht unnötig begrenzt werden. Regelungen nach denen man nur 10 Stunden Zusatzdienst im Monat fest vorplanen kann, seien nicht im Interesse der Beamten und Beamtinnen und nicht Sinn der Sache.
 
 
Thema Urlaub:
 
Der Inspekteur der Polizei betonte nochmals, dass es erlaubt sei die Stunden des Zusatzurlaubs auf das Arbeitszeitkonto umbuchen zu lassen, um ein Stundenfehl ausgleichen zu können.
 
Er erklärte, dass die Dienststellen die Buchung der Urlaubsstunden flexibel handhaben sollten. Auf jeden Fall können die Zusatzdienste vom Urlaubskonto mit abgebucht werden, da man ansonsten zu viele Minusstunden durch Urlaub machen würde. Es sei auch möglich einfach 40 Stunden Urlaub pro Urlaubswoche abbuchen zu lassen, um dadurch Minusstunden zu vermeiden.

Herr Schmitt sicherte der DPolG zu, dass er bezüglich der Problematik des Umbuchens von Zusatzurlaub sowie der Stundenproblematik bei Krankheit und Urlaub eine Klarstellung an die Dienststellenleiter senden werde.

Der Inspekteur der Polizei bedankte sich bei Uwe Leitzgen und Patrick Müller für das Gespräch. Er betonte, dass er durch das Gespräch mit Leuten aus der Praxis sehr viele Eindrücke bekommen habe.
 
 
Fazit:
 
Beim Thema Reduzierung der Wochenarbeitszeit sind noch viele dicke Bretter zu bohren. Hier lautet das Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Die DPolG wird hier aber nicht nachlassen und alles versuchen, eine Reduzierung zu erreichen, da nur hierdurch ein gesünderes Arbeiten im Wechselschichtdienst möglich ist.
 
Positiv waren die Ausführung des Inspekteurs zum Thema Stundenproblematik bei Krankheit und Urlaub. 
 
Uwe Leitzgen und Patrick Müller waren nach dem Gespräch zuversichtlich, dass bezüglich neunstündiger Nachtdienste in absehbarer Zeit noch etwas möglich ist.

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