Der Basis eine Stimme geben GAP: 9-Stunden-Dienste bleiben Reizthema

Da in Gesprächen auf Führungs- und politischer Ebene zu GAP immer mehr der Eindruck entstand, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit gibt, hat der DPolG-Landesvorsitzende Benno Langenberger ein Gespräch initiiert, um dem In-spekteur der Polizei, Jürgen Schmitt, in einem persönlich Gespräch mit Betroffenen einen realistischen und ungefilterten Eindruck von der Stimmung an der Basis und wie GAP praktiziert wird zu vermitteln.

So eröffnete Langenberger auch das Gespräch mit seiner Einschätzung, dass das, was an der Basis passiert, nicht oder nur unvollständig im Innenministerium ankommt.
In dem eineinhalbstündigen Gespräch, an dem neben dem Landesvorsitzenden Benno Langenberger auch die Dienstgruppenleiter Clemens Neuburger, Uwe Leitzgen, Patrick Müller sowie die Diensthundeführerin Noriko Nagy teilnahmen, hörten sich der Inspekteur und Anja Rakowski (MdI) intensiv und ausführlich die Erfahrungen und Meinungen der einzelnen Teilnehmer an.

Die DPolG-Delegation konnte verdeutlichen, dass der eindringliche Wunsch und die Notwendigkeit bestehen, dass neunstündige Nachtdienste erlaubt bleiben müssen, da die Spätdienste am arbeitsintensivsten sind und deshalb möglichst kurzgehalten werden sollten.

Herr Schmitt und Frau Rakowski wiesen auf die wissenschaftliche Einschätzung hin, dass kein Nachtdienst länger als 8 Stunden dauern sollte. Der Einschätzung, dass viele Kolleginnen und Kollegen das Gefühl hätten, öfters im Dienst zu sein, als bei den alten Schichtmodellen, widersprachen Herr Schmitt und Frau Rakowski.
Sie erklärten, dass das nur ein Gefühl sei.
Faktisch fielen nicht mehr Fahrten zur Dienststelle an.

Die DPolG appellierte, Meinungen und Gefühle nicht zu ignorieren, da auch diese wesentliche Bestandteile der Akzeptanz und Zufriedenheit seien. Der Inspekteur stellte klar, dass die 36 stündige Ruhezeit und die Regelung, nicht mehr als 7 Dienste am Stück, auch für Sondereinsätze und nicht nur für den planbaren Wechselschichtdienst gelten würden.

Einig war man sich, dass es Kommunikationsdefizite zwischen Führung und Basis gibt und die Evaluierungskriterien überprüft und im richtigen Kontext gesehen werden müssen. Die DPolG wird den Evaluierungsprozess weiterhin aktiv begleiten und der Basis eine Stimme geben.

Ohne den Wechselschichtdienst funktioniert Polizei nun mal nicht.