Wasserschutzpolizei Bingen auf ungewissem Kurs

DPolG-Landesleitung vor Ort

Die Innenminister der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Saarland
unterzeichneten im März 2012 eine gemeinsame Vereinbarung zur intensiveren Zusammenarbeit der Nachbarländer. Seit dieser Zeit steuert die Mannschaft der WSP Bingen in eine ungewisse Zukunft.
Das muss sich endlich ändern!

Eine Delegation der Landesleitung der DPolG hat sich im Rahmen ihrer Jahresauftaktklausurtagung in Bingen ein Bild vor Ort gemacht und das Gespräch mit der Belegschaft gesucht. Die Botschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WSP Bingen an den Dienstherrn ist eindeutig. Sie verlangen eine Beendigung der Hängepartie und eine praktikable, transparente und pragmatische Lösung. Nicht mehr und nicht weniger!

Folgende Fakten müssen aus Sicht der DPolG in die Überlegungen mit einfließen:
– Die WSP Bingen liegt vor dem Tor zur Einfahrt in das sogenannte Gebirge im
Mittelrheintal
– Am Beispiel der Havarie des Tankmotorschiffes „Waldhof“ im Jahr 2011 wurde
deutlich, dass dies der strategisch beste Standort ist, um wasserschutzpolizeiliche
Maßnahmen für das gesamte Mittelrheintal einzuleiten.
– Die geographische Lage von Bingen führt zu einem Sammelbecken der Rheinschiffer
im Zusammenhang mit dem Austausch von Besatzungen auf Grund der
günstigen Anbindung an den Fernverkehr und den Bahnverkehr.
– Diese Infrastruktur ist einmalig und wird sinnvoll von der WSP Station Bingen
ergänzt.
– Bei Niedrigwasser kann der Hafen der WSP Rüdesheim nicht mehr von den rheinland-
pfälzischen Streckenbooten angefahren werden

Die vorgenannten Punkte würden bei einer Zusammenlegung mit Dienstort
Rüdesheim entfallen bzw. die Aufgabenerfüllung unnötig erschweren.
– Die Kosten für die Liegenschaft der WSP Bingen sind äußerst niedrig.
– Die Erreichbarkeit der Dienststelle für die Beschäftigten ist optimal.
– Die WSP Rüdesheim ist für eine Vergrößerung um die rheinland-pfälzischen Kolleginnen
und Kollegen nicht ausgelegt.
– Eine dauerhafte Unterbringung in Containerbüros ist nicht akzeptabel
– Die rheinland-pfälzischen Kolleginnen und Kollegen müssten entweder über die
Schiersteiner Brücke per Pkw oder über die Fähre zur WSP Rüdesheim fahren
– Die hessischen Dienstzeiten sind nicht kompatibel mit unseren GAP-Zeiten

Eine Kooperation ist eine sinnvolle Investition in die Sicherheit auf dem Rhein ohne
jedoch seine polizeiliche Heimat aufgeben zu müssen. Die gegenseitige personelle und
technische Unterstützung hilft beiden Seiten.

Die DPolG Rheinland-Pfalz plädiert deshalb aus den vorgenannten Gründen für
eine Koexistenz der WSP Stationen Bingen und Rüdesheim unter Beibehaltung
des Dienstgebäudes in Bingen und hat das auch gegenüber dem Innenministerium
zum Ausdruck gebracht.

Flugblatt 4. WSP Bingen